Biomasse

März 20th, 2010 von admin

Energiegewinnung durch Biomasse
Neben der Solar- und Windenergie kommt der Energiegewinnung aus Biomasse immer größere Bedeutung zu. Biomasse fällt ständig an und ist vielseitig einsetzbar. Die Energiegewinnung aus Biomasse wird in landwirtschaftlichen Betrieben heute hauptsächlich über Biogasanlagen realisiert. Bevor eine rentable Biogasanlage entstehen kann, sind einige Überlegungen notwendig.

Qualifikation und Zeit
Mit dem Betrieb der Anlage ist es notwendig, die neuen Abläufe und Technologien zu beherrschen. Der Einsatz von Fachkräften lohnt sich nur in gossen Anlagen und bringt zusätzliche Personalkosten mit. Desweiteren kommt dazu, dass die Anlage bewirtschaftet, gepflegt und gewartet werden muss, was einen gewissen zusätzlichen Zeitaufwand von ca. zwei Stunden je nach Größe und Umfang des Kraftwerkes mit sich bringt.

Der Standort eines Biomassekraftwerkes
Außerdem sollte im Vorfeld geprüft werden, ob der Standort des landwirtschaftlichen Betriebes geeignet ist. Befindet sich beispielsweise ein Wohngebiet in unmittelbarer Nähe des Standortes, dessen Bewohner sich möglicher Weise durch das Kraftwerk in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen? Probleme können hier schon vorprogrammiert sein, denn Biogasanlagen werden unter anderem mit Gülle und Silage betrieben. Weiterhin ist zu bedenken, dass nicht nur Areal für den Bau der Anlage selbst ausreichend vorhanden sein muss, auch die Beschickung mit Substrat muss gewährleistet sein. Eine Biogasanlage sollte nur dann gebaut werden, wenn sie erfolgversprechend ist und ein zusätzlicher Gewinn erwirtschaftet werden kann.

Investitionskosten für ein Biomassekraftwerk
Je kleiner die Anlage ist, desto kostenintensiver ist sie. Auch eine kleine Anlage muss über die gesamte Technik verfügen, die eine Biogasanlage zum Betrieb benötigt. Zusammenschlüsse mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe können die Investitionskosten für jedes einzelne Unternehmen senken und die Wirtschaftlichkeit steigern, da die Anlage größer gestaltet werden kann und somit mehr Energie erzeugt. Die Investitionskosten richten sich vor allem nach den Gegebenheiten vor Ort und können deshalb nicht konkret genannt werden. Allgemein kann man jedoch sagen, dass die Investitionskosten mit der Größe der Anlage sinken. Kleinanlagen, deren Leistung bei ca. 25 kW liegen, können mit einem Investitionsvermögen von etwa sechstausendfünfhundert Euro pro kW berechnet werden. Anlagen mit einer Leistung von 150 kW liegen etwa bei der Hälfte des Investitionsvolumens. Betriebe, die bereits über vorhandene Gebäude verfügen, in denen Teile der Anlage untergebracht werden können, haben einen klaren Vorteil bei den Investitionskosten.

Die Wirtschaftlichkeit
Ein weiterer Aspekt ist der Anspruch an die technische Ausstattung der Anlage. Es gibt auch bei Biogasanlagen Qualitätsunterschiede und diese schlagen sich in den Kosten nieder. Allein mit dem Stromverkauf kann das Einkommen nicht langfristig gesichert werden. Mittelfristig benötigt eine Biogasanlage Wärmeabnehmer. Dieser Aspekt ist bereits bei der Planung und der Wahl des Standortes zu berücksichtigen. Die Rohstoffkosten verursachen in der Regel über die Hälfte der Betriebskosten einer landwirtschaftlichen Biogasanlage. Vor Investitionsbeginn sollte die Beschaffung der Substrate in Form von Liefer- und Pachtverträgen gesichert sein.

Wie funktioniert eine Biogasanlage
Die meisten Biogasanlagen sind so konzipiert, dass sie aus Vorgrube, Fermenter, Biogasspeicher, Blockheizkraftwerk und Lagerbehälter für den Gärrückstand verfügen.

In einer abgedeckten Vorgrube wird die Gülle zunächst gesammelt und mehrmals am Tag in den Fermenter der Anlage gepumpt. Dort erfolgt die Biogaserzeugung. In einem Nachgärer findet die Gasausbeute der letzten Prozente aus dem Substrat statt. Anschließend wird das Biogas in einen Folienspeicher geleitet und in das Blockheizkraftwerk eingespeist. Das Blockheizkraftwerk produziert den Strom für das öffentliche Netz, sowie Wärme, die für den Eigenbedarf des Betriebes genutzt werden kann. Für den Gärrückstand muss eine ausreichende Lagerkapazität vorhanden sein, wo das Gärgut als Dünger mindestens 120 Tage vorgehalten werden kann. Zum jeweils optimalen Zeitpunkt wird der Dünger dann auf den Ackerflächen eingesetzt. Hier schließt sich der Kreislauf.

Finanzierung und staatliche Förderung von Biogasanlagen
Die staatlichen Förderungen sind zum einem durch das Erneuerbare Energien Gesetz ( EEG ) geregelt. Das Gesetz legt fest, wie sich die Mindestvergütung für den eingespeisten Strom gestaltet und verpflichtet die Betreiber der Stromnetze zur Abnahme der eingespeisten Energie. Die Mindestvergütung liegt über den marktüblichen Preisen. Bei Biomassekraftwerken gibt es zusätzliche Bonuszahlung für den Einsatz bestimmter Substrate und innovativer Technik, sowie für die Nutzung der erzeugten Wärme.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann man für eine Biogasanlage Fördermittel und Zuschüsse bzw. Zulagen bei Bund und Ländern beantragen.
Dazu gehören auf jeden Fall zinsgünstige Darlehen aus Mitteln der KfW Bankengruppe mit weiteren kundenfreundlichen Konditionen wie beispielsweise einem Sondertilgungsrecht.
Über die Investitionszulagen sollte man sich Informationen bei den Finanzämtern vor Ort holen. Die gewerbliche Nutzung der Anlagen ermöglicht die Abschreibung von der Steuer. Häufig werden von Seiten der Länder ebenfalls zusätzliche Programme bereit gestellt.

Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »

Kommentare sind geschlossen.